{"id":4487,"date":"2025-08-11T12:39:41","date_gmt":"2025-08-11T10:39:41","guid":{"rendered":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/?p=4487"},"modified":"2025-08-11T12:42:21","modified_gmt":"2025-08-11T10:42:21","slug":"elementor-4487","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/2025\/08\/11\/elementor-4487\/","title":{"rendered":"Elementor #4487"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"4487\" class=\"elementor elementor-4487\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-51b092c elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"51b092c\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-35492c6\" data-id=\"35492c6\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-13efbc4 elementor-widget elementor-widget-heading\" data-id=\"13efbc4\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"heading.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t<h2 class=\"elementor-heading-title elementor-size-default\"><span data-contrast=\"auto\" xml:lang=\"DE-CH\" lang=\"DE-CH\" class=\"TextRun MacChromeBold SCXW205816558 BCX0\" style=\"font-style: normal;text-align: justify;font-size: 16pt;line-height: 28.9583px;font-family: Aptos, Aptos_EmbeddedFont, Aptos_MSFontService, sans-serif;font-weight: bold\"><span class=\"NormalTextRun SCXW205816558 BCX0\">Die Geschichte <\/span><span class=\"NormalTextRun SCXW205816558 BCX0\">der<\/span><span class=\"NormalTextRun SCXW205816558 BCX0\"> B\u00fccherverbote: 10 Empfehlungen<\/span><\/span><span class=\"EOP SCXW205816558 BCX0\" data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\" style=\"font-style: normal;font-weight: 400;text-align: justify;font-size: 16pt;line-height: 28.9583px;font-family: Aptos, Aptos_EmbeddedFont, Aptos_MSFontService, sans-serif\">&nbsp;<\/span><\/h2>\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-f0f2f49 elementor-widget elementor-widget-image\" data-id=\"f0f2f49\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"image.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/wp-content\/plugins\/elementor\/assets\/images\/placeholder.png\" title=\"\" alt=\"\" loading=\"lazy\" \/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-fc10568 elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"fc10568\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p><span data-contrast=\"auto\">Wer gerne liest und sich mit B\u00fcchern besch\u00e4ftigt weiss: immer wieder werden B\u00fccher verboten, und das \u00fcberall auf der Welt. Gerade aus den USA h\u00f6rt man immer \u00f6fter, dass B\u00fccher aus Schulen und Bibliotheken entfernt und verboten werden.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"auto\">Dass B\u00fccher verboten werden, ist allerdings kein neues Ph\u00e4nomen. Buchverbote sind so alt wie die Erfindung des Buchdrucks selbst. So gab es zum Beispiel den \u00abIndex librorum prohibitorum\u00bb (zu Deutsch: Verzeichnis verbotener B\u00fccher). Eingef\u00fchrt im 16. Jahrhundert waren darin B\u00fccher aufgelistet, die Katholik:innen nicht lesen durften. Als Strafe drohte der Ausschluss aus der Kirchengemeinde. 1966 wurde der Index dann formell abgeschafft.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p>\u00a0<\/p><p><span data-contrast=\"auto\">Wer gerne liest und sich mit B\u00fcchern besch\u00e4ftigt weiss: immer wieder werden B\u00fccher verboten, und das \u00fcberall auf der Welt. Gerade aus den USA h\u00f6rt man immer \u00f6fter, dass B\u00fccher aus Schulen und Bibliotheken entfernt und verboten werden.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"auto\">Dass B\u00fccher verboten werden, ist allerdings kein neues Ph\u00e4nomen. Buchverbote sind so alt wie die Erfindung des Buchdrucks selbst. So gab es zum Beispiel den \u00abIndex librorum prohibitorum\u00bb (zu Deutsch: Verzeichnis verbotener B\u00fccher). Eingef\u00fchrt im 16. Jahrhundert waren darin B\u00fccher aufgelistet, die Katholik:innen nicht lesen durften. Als Strafe drohte der Ausschluss aus der Kirchengemeinde. 1966 wurde der Index dann formell abgeschafft.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"auto\">\u00abWider den undeutschen Geist\u00bb<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"auto\">Auch den Nazis waren viele B\u00fccher ein Dorn im Auge. Es kommt zu den ber\u00fchmten B\u00fccherverbrennungen zwischen M\u00e4rz und Oktober 1933. Im Rahmen der Kampagne \u00abWider den undeutschen Geist\u00bb, fanden 102 B\u00fccherverbrennungen in mehr als 90 St\u00e4dten statt. Insgesamt sind die Werke von hunderten Schriftstellern:innen betroffen, darunter viele j\u00fcdische Autoren:innen, aber auch andere politische Gegner. Zu den bekanntesten Namen geh\u00f6ren unter anderem Erich K\u00e4stner, Kurt Tucholsky, Carl von Ossiezky oder Heinrich Mann. Letzterer legte seinem Protagonisten Hassan in seinem Werk \u00abAlmansor\u00bb bereits die Worte in den Mund: \u00abDas war ein Vorspiel nur. Dort, wo man B\u00fccher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen\u00bb. Geschrieben im Jahr 1820, sollten diese Worte sich nur wenige Jahre nach den B\u00fccherverbrennungen 1933 bewahrheiten.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"auto\">\u00abSchundliteratur\u00bb<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"auto\">Auch in der Schweiz wurde schon versucht, zu kontrollieren, was die Bev\u00f6lkerung lesen sollte und was nicht. 1965 sind es vor allem Comics, die als niedere Literatur bezeichnet werden. Sie werden daf\u00fcr verantwortlich gemacht, dass Jugendliche zunehmend aufm\u00fcpfig werden und sich Autorit\u00e4ten widersetzen. Ein Lehrer aus dem aargauischen Brugg nimmt die Sache schliesslich selbst in die Hand. Er beauftragt Jugendliche, die \u00abSchundliteratur\u00bb einzusammeln, um sie \u00f6ffentlich zu verbrennen und gegen \u00abgute\u00bb Literatur einzutauschen. Unterst\u00fctzt wird die Aktion von Bundesrat Philipp Etter, w\u00e4hrend die Migros und Ex Libris die Aktion sponsern. Die negative Haltung in der Bev\u00f6lkerung gegen die sogenannte \u00abSchundliteratur\u00bb weitete sich auf die ganze Schweiz aus.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"auto\">Immer mehr B\u00fccher werden verboten<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Das Ph\u00e4nomen der Buchverbote hat sich bis heute erhalten \u2013 an manchen Orten der Welt mehr als an anderen. In Ungarn wird es Jugendlichen und Kindern zunehmend schwer gemacht, B\u00fccher \u00fcber Homosexualit\u00e4t und Transidentit\u00e4t zu lesen. Dahinter steckt ein Gesetz der Regierung unter Viktor Orb\u00e1n. Es soll verhindern, dass junge Menschen Zugang zu Informationen \u00fcber queere Themen bekommen. So m\u00fcssen diese Werke in Buchhandlungen in undurchsichtige Folie verpackt sein und d\u00fcrfen nicht in der N\u00e4he von Schulen oder Kirchen verkauft werden.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Besonders medienwirksam sind die B\u00fccherverbote im Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten, den USA. Gem\u00e4ss dem amerikanischen Autorenverband PEN (Poets, Essayists, Novelists) America wurden in den Jahren 2023 bis 2024 \u00fcber 10&#8217;000 B\u00fccher an \u00f6ffentlichen Schulen verboten. Die Tendenz ist steigend. Mehr als 72% der Verbote gehen auf die Initiative christlich-konservativer Kreise zur\u00fcck. Besonders betroffen sind Werke, welche sich mit queeren Themen oder Rassismus auseinandersetzen. Als Begr\u00fcndung werden gerade erstere als \u00abpornografisch\u00bb dargestellt \u2013 als etwas, wovor man die Kinder sch\u00fctzen muss. <\/span><span data-contrast=\"auto\">Statt queerer Literatur soll in einigen Schulen die Bibel zur\u00fcck in die Schulzimmer kommen, und das trotz der ausgepr\u00e4gten Darstellungen von unter anderem (sexueller) Gewalt.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"none\">Read banned books!<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Doch wie bei vielen Verboten liegt gerade darin der Reiz: Was verboten ist, macht neugierig. So auch bei B\u00fcchern. Viele Bibliotheken und Buchhandlungen widmen den \u00abbanned books\u00bb sogar eigene Regale. Die folgenden zehn Empfehlungen wurden im Laufe der Zeit zensiert oder verboten. Die meisten Werke sind in den USA verboten und sind im Index von PEN America zu finden.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p>\u00a0<\/p><p><b><span data-contrast=\"auto\">Gender Queer: A Memoir \u2013 Maia Kobabe (2019)\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"auto\">In diesem autobiografischen Werk beschreibt Maia Kobabe die lebenslange Suche nach sich selbst. Aufgewachsen in den 90ern erlebt Maia neben den typischen Schw\u00e4rmereien, Freundschaften, Familienkrisen und Schulstress eines Teenagers, auch ein Unwohlsein mit sich selbst. Als M\u00e4dchen f\u00fchlt sich Maia fehl am Platz, doch auch ein Junge will Maia nicht sein.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"auto\">Gender Queer wurde in den letzten Jahren in vielen Schulbezirken wie Texas, Florida, Utah und Missouri verboten. Wie bei vielen B\u00fcchern queerer Autor:innen werden als Gr\u00fcnde f\u00fcr das Verbot die Darstellung von Sexualit\u00e4t und Thematisierung queerer Identit\u00e4ten, die f\u00fcr Kinder unangebracht seien, angegeben.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"auto\">Maus \u2013 Art Spiegelman (1986)\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Im Comic Maus verarbeitet der Autor die Geschichte seines Vaters Wladek Spiegelman, einem Holocaust-\u00dcberlebenden. Das Buch zeigt, was Vladek in Polen zur Zeit des Nationalsozialismus erlebt hat \u2013 wie er verfolgt wurde, sich verstecken musste und ins Konzentrationslager Auschwitz kam. Gleichzeitig geht es auch um die Beziehung zwischen Vater und Sohn und darum, wie schwer es ist, \u00fcber so schlimme Erlebnisse zu sprechen. Dabei werden die Juden als M\u00e4use dargestellt und die Deutschen als Katzen.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Der Comic wurde schon mehrfach verboten. Als Grund hielten meistens die Darstellungen von Nacktheit, Gewalt und Suizid, sowie die unangemessene Sprache her.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"auto\">Das Tagebuch der Anne Frank \u2013 Anne Frank (1947)\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"auto\">Es ist wohl eines der bedeutendsten Werke \u00fcber den Holocaust. Die j\u00fcdische Familie Frank versteckte sich zur Zeit der Judenverfolgung in einem Hinterhaus in Amsterdam. Im Tagebuch schilderte die Tochter Anne Frank ihre Beobachtungen, Gedanken und Gef\u00fchle. Sie schrieb \u00fcber die Angst, entdeckt zu werden oder vor Bombenangriffen. Bis zum Schluss bleibt die Hoffnung des jungen M\u00e4dchens bestehen. Traurigerweise wird die Familie Frank schliesslich entdeckt und in einem Konzentrationslager get\u00f6tet \u2013 und das kurz vor Kriegsende 1945.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"auto\">Das Tagebuch der Anne Frank wurde unter anderem in Florida, Texas und Virginia verboten. Begr\u00fcndet wird dies mit der Thematisierung politischer Initiativen und Sexualit\u00e4t.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"auto\">The Handmaid\u2019s Tale \u2013 Margaret Atwood (1985)\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"auto\">Im Buch The Handmaid\u2019s Tale findet sich die Leserschaft in einer dystopischen Welt wieder. Ein grosser Teil der Frauen ist nach einer atomaren Verseuchung unfruchtbar. Die Frauen werden in drei <\/span><span data-contrast=\"none\">Gruppen eingeteilt: Ehefrauen von F\u00fchrungskr\u00e4ften, Dienerinnen und M\u00e4gde. Die M\u00e4gde (engl. Handmaids) sind fruchtbar und sollen f\u00fcr unfruchtbare Ehefrauen Kinder empfangen. Eine von ihnen ist die Magd Desfred, deren Hoffnung zu entkommen noch nicht erloschen ist.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Das Werk wurde von konservativen Gruppen als \u00abunangemessen\u00bb bewertet und unter anderem in den Bezirken Texas und Virginia entfernt \u2013 meist wegen Beschwerden aufgrund der Sexszenen, der religi\u00f6s-politischen Dystopie und der feministischen sowie gesellschaftskritischen Inhalten.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"none\">The Hate U Give \u2013 Angie Thomas (2017)\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Die 16-j\u00e4hrige Starr f\u00fchrt eine Art Doppelleben. Sie w\u00e4chst in einer armen Gegend auf, geht aber auf eine Privatschule, wo sie fast die einzige Schwarze Frau ist. Ihr Leben wird aus der Bahn geworfen, als sie zusieht, wie ihr bester Freund Khalil vor ihren Augen von der Polizei erschossen wird. Der Vorfall wird von den Medien aufgegriffen und kurz darauf bilden sich zwei Lager. Die einen stempeln den verstorbenen Khalil als Gangmitglied ab, w\u00e4hrend die anderen auf die Strasse gehen und Gerechtigkeit fordern. Im Zentrum steht die Frage, was an jenem Abend wirklich geschah. Die Antwort darauf hat nur Starr selbst.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Das Buch behandelt Polizeigewalt gegen Schwarze, systemischen Rassismus und politische Instrumentalisierung, hat aber auch queere und feministische Bez\u00fcge. Genau deswegen wurde The Hate U Give in mindestens 17 US-Schulbezirken verboten.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"none\">1984 \u2013 George Orwell (1949)\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">1984 ist ein dystopischer Roman \u00fcber einen totalit\u00e4ren Staat. Die Regierung, angef\u00fchrt von der allm\u00e4chtigen Figur \u00abBig Brother\u00bb, kontrolliert nicht nur das Verhalten, sondern auch die Gedanken der B\u00fcrger:innen durch st\u00e4ndige \u00dcberwachung, gezielte Sprachverarmung (Neusprech) und Manipulation der Wahrheit. Im Zentrum steht Winston Smith, ein Geschichtsf\u00e4lscher der f\u00fcr das \u00abMinisterium f\u00fcr Wahrheit\u00bb arbeitet. Er verliebt sich in die geheimnisvolle Julia, mit der er beginnt, die totalit\u00e4re Weltordnung in Frage zu stellen und sich in grosse Gefahr begibt.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Der Klassiker 1984 wird vor allem in konservativen Kreisen nicht gerne gesehen. Die Thematisierung staatlicher \u00dcberwachung und Manipulation von Wahrheit wird oft als \u00abpolitisch provokant\u00bb eingestuft und ist Grund f\u00fcr zahlreiche Zensurinitiativen, etwa in Florida.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"none\">The perks of being a wallflower \u2013 Stephen Chbosky (1999)\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Im Zentrum dieses Jugendromans steht der Teenager Charlie, der sehr sch\u00fcchtern und in sich gekehrt ist. Am meisten erf\u00e4hrt man \u00fcber ihn durch die Briefe, die er an eine Person schreibt, deren Name, Alter und Geschlecht nicht bekannt sind. Er verarbeitet darin die Probleme, die sein Leben pr\u00e4gen: von alterstypischen Verlebtheiten, Freundschaften, Experimente mit Drogen und Sexualit\u00e4t bis zu Schicksalsschl\u00e4gen wie dem Selbstmord seines besten Freundes.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">In den USA wird das Buch immer wieder verboten, vor allem wegen der Darstellung von Sexualit\u00e4t, Missbrauch, queerer Identit\u00e4ten, Drogenkonsum und psychischen Problemen.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"none\">M\u00e4rchenland f\u00fcr alle &#8211; Andrea Tompa, Judit \u00c1gnes Kiss und Petra Finy<\/span><\/b><b><span data-contrast=\"auto\"> (2022)\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">M\u00e4rchenland f\u00fcr alle ist ein Kinderbuch, das 17 ungarische M\u00e4rchen neu und zeitgem\u00e4ss erz\u00e4hlt. Die Geschichten handeln von Vielfalt, Gleichberechtigung, Armut, Gewalt und dem Hinterfragen von starren Geschlechterrollen<\/span><span data-contrast=\"none\">. Dabei spielen auch queere Figuren und Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergr\u00fcnden zentrale Rollen.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">In Ungarn sorgte das Buch f\u00fcr Furore. Dort gilt ein Gesetz, das es Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren erschwert, Zugang zu Informationen \u00fcber queere Themen zu bekommen. Deshalb wurde M\u00e4rchenland f\u00fcr alle aus vielen Schulen verbannt und darf nur eingeschr\u00e4nkt verkauft werden \u2013 \u00e4hnlich wie andere queere Kinder- und Jugendb\u00fccher.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"none\">Erich K\u00e4stner \u2013 Fabian: die Geschichte eines Moralisten (1931)\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Der Roman spielt im Berlin der sp\u00e4ten Weimarer Zeit. Im Zentrum steht Jakob Fabian, etwa 30 Jahre alt, arbeitsloser Germanist, der sich mit einem Job als Werbetexter \u00fcber Wasser h\u00e4lt. Er streift durch die Grossstadt, beobachtet, wie die Gesellschaft politisch und moralisch immer mehr zerf\u00e4llt, und begegnet dabei viel Gleichg\u00fcltigkeit, Oberfl\u00e4chlichkeit und sozialer Ungerechtigkeit. Anfangs bleibt Fabian eher distanziert und sieht allem mit ironischem Blick zu, ohne wirklich einzugreifen. Doch als er sich ernsthaft verliebt und sein bester Freund sich das Leben nimmt, beginnt er, seine Haltung zu \u00fcberdenken.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Heute ist das Buch nicht mehr verboten, war jedoch Teil der B\u00fccherverbrennungen der Nationalsozialisten. K\u00e4stner selbst sah mit eigenen Augen zu, als seine Werke verbrannt wurden.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-ccp-props=\"{}\">\u00a0<\/span><\/p><p><b><span data-contrast=\"none\">All Boys aren\u2019t Blue \u2013 George Matthew Johnson (2020)\u00a0<\/span><\/b><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">In diesen YA-Memoiren erz\u00e4hlt der Journalist und LGBTQ+-Aktivist George M. Johnson von seiner Kindheit, Jugend- und Collegezeit \u2013 und davon, wie es ist, als junge, schwarze, queere Person seinen Platz in der Welt zu suchen. Offen und ehrlich spricht Johnson \u00fcber Erfahrungen, die ihn gepr\u00e4gt haben: von ausgeschlagenen Z\u00e4hnen, \u00fcber erste sexuelle Begegnungen, bis hin zur innigen Beziehung zu seiner Grossmutter. Dabei thematisiert er Geschlechtsidentit\u00e4t, toxische M\u00e4nnlichkeit, Br\u00fcderlichkeit, Familie, Ungleichheit, Zustimmung, und nicht zuletzt schwarze Freude.<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">All Boys aren\u2019t Blue ist eines der am h\u00e4ufigsten verbotenen B\u00fccher in den USA. In Missouri wurde die Beh\u00f6rde von Sch\u00fcler:innen verklagt, nachdem das Buch aus allen Schulbibliotheken entfernt wurde.\u00a0<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p><p><span data-contrast=\"none\">Wer B\u00fccher \u00fcber queere Identit\u00e4ten, Rassismus oder andere Minderheiten verbietet, will nicht nur Inhalte zensieren, sondern Realit\u00e4ten ausblenden. Doch Menschen verschwinden nicht, nur weil ihre Geschichten aus den Regalen verbannt werden. Gerade deshalb ist Lesen mehr als eine Freizeitbesch\u00e4ftigung \u2013 es ist ein politischer Akt. In einer Zeit, in der Zensur mit alten Narrativen salonf\u00e4hig gemacht wird, ist es wichtiger denn je, diesen Stimmen Raum zu geben. Denn wie Autor Ray Bradbury sagte: \u00abMan muss keine B\u00fccher verbrennen, um eine Kultur zu zerst\u00f6ren. Es reicht, wenn man die Menschen vom Lesen abh\u00e4lt.\u00bb<\/span><span data-ccp-props=\"{&quot;335551550&quot;:6,&quot;335551620&quot;:6}\">\u00a0<\/span><\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte der B\u00fccherverbote: 10 Empfehlungen&nbsp; Wer gerne liest und sich mit B\u00fcchern besch\u00e4ftigt weiss: immer wieder werden B\u00fccher verboten, und das \u00fcberall auf der Welt. Gerade aus den USA h\u00f6rt man immer \u00f6fter, dass B\u00fccher aus Schulen und Bibliotheken entfernt und verboten werden.\u00a0\u00a0 Dass B\u00fccher verboten werden, ist allerdings kein neues Ph\u00e4nomen. Buchverbote sind [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4487","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4487","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4487"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4487\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4490,"href":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4487\/revisions\/4490"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4487"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4487"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/zakk.alias-zhaw.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4487"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}